LogoTanzwerkstatt No Limit e.V.

Jugend ohne Gott

Jugend ohne Gott
Tanztheaterprojekt in Anlehnung an den gleichnamigen Roman von Ödön von Horváth

Alles Denken ist ihnen verhasst.
Sie pfeifen auf den Menschen!
Sie wollen Maschinen sein, Schrauben, Räder, Kolben, Riemen -
Doch noch lieber als Maschinen wären sie Munition:
Bomben, Schrapnells, Granaten.
Wie gerne würden sie krepieren auf irgendeinem Feld!
Der Name auf einem Kriegerdenkmal ist der Traum ihrer Pubertät.

In seinem 1937 veröffentlichten Roman drückt Ödön von Horváth die Charakter-, Gedanken- und Lieblosigkeit der Jugend im Dritten Reich aus. Die Protagonisten in seinem Roman sind ein Lehrer und seine Schüler. Der Lehrer steht als Vertreter für eine humanistische Ordnung. Seine Schüler stehen ihm als Gegner, nämlich Vertreter der faschistischen Ordnung, gegenüber. Die Schüler werden nur mit Buchstaben benannt (z.B. T), sie sind also nur „Nummern“ ohne eigene Individualität. Diese Anonymisierung zeigt aber auch, dass hier nicht einige wenige Einzelpersonen, sondern die Masse der Mitläufer und Ehrgeizlinge kritisiert werden soll.

Wir wollen mit unserem Tanztheaterprojekt diese Geschichte in die heutige Zeit übersetzen, beziehen uns auf die Gegenwart. Wir stellen uns aber auch die Schuldfrage: Wer ist schuld, oder sind wir alle schuld? Wie sähe diese Fragestellung in der Gegenwart aus? Was ist denn der Sinn, der Sinn unseres Daseins? Wo „steht uns der Sinn“? Haben wir Ideale, Idole, für die wir alles tun würden, denen wir blind und vorbehaltlos vertrauen? Wie weit würden wir gehen?

© 2009 Tanzwerkstatt No Limit e.V. Diese Seite wird von Wordpress angetrieben.